Da eine Puppe keine Mimik besitzt, müssen alle Emotionen in einem Gesichtsausdruck zu lesen sein. Dennoch verbietet der Stil der Marionettenoper eine Überzeichnung der Charaktere. Diese Aufgabe meistert der Tölzer Holzbildhauer Sebatian Demmel immer wieder mit Bravour. Demmel, der vor mehr als vierzig Jahren seine Karriere begann und sich 1970 mit einer Holzbildhauer-Werkstatt in Sachsenkam bei Bad Tölz selbständig machte, gehört zu den gefragtesten Holzbildhauern in Deutschland. Auch auf internationalem Parkett zeichnete sich Demmel bereits mehrfach aus. (Arbeiten u.a. in den USA und Canada). Sein letzter großer Auftrag führte ihn 2002 nach Portugal, wo er vierzig Christusfiguren aus verschiedenen Epochen, vom 8. Jahrhundert bis zur Neuzeit fertigte. | | Die illusionäre Raumtiefe und athmosphärische Dichte ihrer Bühnenbilder verdankt die Lindauer Marionettenoper der Dresdner Theatermalerin Bettina Hummitzsch, die nach ihrem Abschluss als Diplom-Designerin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden an zahlreichen Bühnenproduktionen mitgewirkt hat, u.a. am Stadttheater Ulm und den Bayreuther Festspielen. Auch in der angewandten Malerei (Arbeiten für Museen und Messen) hat Sie ihr großes Können bereits unter Beweis gestellt. Dass man in "Carmen" die flirrende Hitze Sevillas spüren kann und die morbide Athmosphäre von "La Traviata" einen frösteln läßt, ist nicht zuletzt das Verdienst von Bettina Hummitzsch, die es immer wieder aufs Neue schafft, eine kleine Bühne in einen magischen Raum zu verwandeln. | |